Wirtschaft

Die EU muss nach Verhängung des Importverbots für russisches Öl aufgrund der Ereignisse in der Ukraine nun auf die Suche nach alternativen Lieferquellen gehen. Eine verstärkte Einfuhr des „schwarzen Goldes“ aus Afrika ist eine der Möglichkeiten. Allerdings ist laut Aussage von Fachleuten davon auszugehen, dass in nächster Zeit kein großer Zuwachs bei den Lieferungen aus Afrika zu erwarten ist. Dafür gibt es mehrere Gründe: niedrige Fördermengen und fehlende Gelder für ihren Ausbau, unzureichende Transportkapazitäten sowie Korruption und eine sehr instabile politische und zivilgesellschaftliche Lage in einer Reihe von Öl produzierenden Ländern Afrikas.

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Die EU hat im vergangenen Jahr einige entscheidende Schritte zur Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und zur Diversifizierung der Öl- und Gaslieferanten unternommen. So unterzeichnete Brüssel im Juli eine Absichtserklärung mit Aserbaidschan über eine strategische Energiepartnerschaft. Die Erklärung sieht vor, dass in den kommenden fünf Jahren eine mengenmäßige Verdopplung der Erdgas-Lieferungen aus Aserbaidschan stattfindet und dass das Land der EU ab 2027 mindestens 20 Milliarden Kubikmeter jährlich liefert.

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Die Europäische Union ist einer der größten Stahlproduzenten der Welt und hat ehrgeizige Pläne im Bereich der Dekarbonisierung der Stahlherstellung. Gleichzeitig droht jedoch durch die gestiegenen Ausgaben, die Energiekrise und die harte Konkurrenz eine partielle Deindustrialisierung der EU. Dass die EU die Industrie zu „grünen“ Produktionsmethoden verpflichtet und auf nicht ausgereifte Wasserstofftechnologien setzt, könnte diesen Prozess beschleunige

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Vor der russischen Invasion der Ukraine, der Preisexplosion auf dem europäischen Gasmarkt und dem Energie-Paradigmenwechsel in den Köpfen der europäischen Eliten war Russland traditionell der wichtigste Erdgaslieferant für Europa. Noch im Januar 2021 deckte Russland etwa 40 Prozent des europäischen Bedarfs. Derzeit liegt dieser Anteil laut Aussage der spanischen Energieministerin Teresa Ribera bei unter zehn Prozent.

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Die Weltwirtschaftslage zwingt die Industrienationen, allen voran die EU, aber auch Indien, sich auf die Suche nach alternativen Bezugsquellen für Erdöl zu machen. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass sich die USA kurzfristig auf die Eindämmung der Brennstoffpreise im eigenen Land konzentrieren und zumindest bis Dezember 2022 kein zusätzliches Öl auf den Weltmarkt bringen werden. Die von den G7-Ländern beschlossene Deckelung des Preises für russisches Erdöl trägt ebenfalls beträchtlich zur Unsicherheit auf den Märkten bei.

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Im Juli 2022 unterzeichneten die EU und Aserbaidschan eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft im Energiesektor – ein bedeutender Schritt. Es geht darum, die Abhängigkeit von den russischen Gasimporten zu verringern: Aserbaidschan verspricht, die Gasausfuhren nach Europa im Lauf der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. So ließe sich zumindest teilweise die „Gaslücke“ schließen, die sich seit Beginn des stillschweigenden Energiekriegs aufgetan hat, den Russland seit Ende Februar gegen die EU führt.

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Die grausame Romanze zwischen russischen Gaslieferanten und europäischen Verbrauchern hat in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreicht. Anfang September, kurz vor dem Winter, schaltete der russische Staatskonzern Gazprom die Nord Stream 1-Pipeline ab, über die rund ein Drittel aller russischen Gasexporte in die EU abgewickelt werden (fast 15 % der gesamten Gasimporte der EU). Laut Gazprom war dies auf eine Fehlfunktion der Turbine zurückzuführen. Und während das russische Gas-Schwergewicht weiterhin daran festhält, dass das Problem rein technischer Natur sei, behaupten europäische Politiker und Branchenexperten, der Schritt sei eine Vergeltung für die zahlreichen Sanktionen, die gegen Russland nach seinem Einmarsch in der Ukraine im Februar verhängt wurden.

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„Wir haben als Europäische Union beschlossen, dass wir unsere Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen beenden werden“, verkündete EU-Präsidentin Ursula von der Leyen im September 2022 an der Princeton University. Aber es scheint, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission mit dieser Aussage zu schnell vorgeht. Obwohl Kohle der fossile Brennstoff ist, der am wenigsten aus Russland importiert wird und nur etwa 2 % der gesamten EU-Importe aus Russland ausmacht, sind Öl und Petrochemikalien mit 85 % und Erdgas mit 9-11 % ein Problem.

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Die Energiekrise in Europa, die hauptsächlich durch die Notwendigkeit umfassender wirtschaftlicher Sanktionen gegen den Kriegstreiber Russland ausgelöst wurde, weitet sich stetig aus. Dies wird langfristig äußerst negative Folgen haben, und zwar in erster Linie für Deutschland, die größte europäische Volkswirtschaft.

Zwischen Januar und Juli bezahlte Deutschland mit 38,3 Milliarden Euro 164 Prozent mehr für den Gasimport als im selben Zeitraum des Vorjahres, trotz einer Verringerung der Einfuhren um 25,5 Prozent auf 64,9 Milliarden Kubikmeter.

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Für die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Krieg, der Ende Februar zwischen Russland und der Ukraine ausgebrochen ist, ein “tiefer Wendepunkt in der Geschichte Europas”. Diese Aussage hängt auch damit zusammen, dass der Konflikt nach Jahrzehnten der engen Zusammenarbeit mit Russland im Energiebereich jetzt eine 180-Grad-Wende in der deutschen Energiepolitik ausgelöst hat.

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Die mögliche Aufhebung der Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie steht in diesen Tagen erneut ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Die USA und die EU sind auf der Suche nach einer sofortigen Lösung für das Öldefizit, da sie angesichts eines möglichen umfassenden Ölembargos gegen Russland unter Zeitdruck stehen. Die Zahlen belegen den Umfang dieser Herkulesaufgabe: es geht darum, täglich 4,2 Millionen Barrel russisches Öl zu ersetzen (wenn die Lieferungen Russlands an ehemalige Sowjetstaaten außen vor bleiben), im Idealfall sogar die kompletten 4,7 Millionen.

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