Die mögliche Aufhebung der Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie steht in diesen Tagen erneut ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Die USA und die EU sind auf der Suche nach einer sofortigen Lösung für das Öldefizit, da sie angesichts eines möglichen umfassenden Ölembargos gegen Russland unter Zeitdruck stehen. Die Zahlen belegen den Umfang dieser Herkulesaufgabe: es geht darum, täglich 4,2 Millionen Barrel russisches Öl zu ersetzen (wenn die Lieferungen Russlands an ehemalige Sowjetstaaten außen vor bleiben), im Idealfall sogar die kompletten 4,7 Millionen.
Wirtschaft
Der Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar und die darauffolgenden umfassenden Sanktionen gegen Russland haben zu einer Kehrtwende in der Energiepolitik der EU geführt. Unter dem Druck ihrer Partnerländer und der eigenen politischen Elite erklärte die EU, ab 2027 ganz auf russisches Gas, Öl und Kohle verzichten zu wollen. Und dies obwohl die Zusammenarbeit im Energiebereich ein halbes Jahrhundert lang und sogar während tiefer politischer Krisen einer der wichtigsten Pfeiler der Beziehungen zwischen der Sowjetunion bzw. Russland und Europa gewesen ist.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die darauffolgenden beispiellosen Sanktionen haben Schockwellen auf dem Weltmarkt ausgelöst – jahrzehntealte Handelsbeziehungen stehen möglicherweise kurz vor dem Zusammenbruch. Der Energiesektor ist einer der am schwersten betroffenen Bereiche.
Russland läuft Gefahr, den ganzen westlichen Energiemarkt als Abnehmer zu verlieren. Die USA haben zumindest bereits einen Einfuhrstopp für russisches Öl und LNG verhängt, Großbritannien verabschiedete sich vom russischen „schwarzen Gold“, und die EU kündigte an, die russischen Energielieferungen innerhalb von ein paar Jahren schrittweise auf null zurückfahren zu wollen.
Das Land könnte zu einem der wichtigsten europäischen Gasumschlagplätze werden, wenn es gelingt, Infrastrukturengpässe zu überwinden
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der Ende Februar ausbrach, erschüttert die gesamte politische Landschaft der EU. Die Erschütterungen erreichen nach und nach alle Märkte und Wirtschaftszweige. Jetzt, wo ihnen das Ausmaß ihrer Abhängigkeit vom russischen Gas bewusst geworden ist, versuchen die Mitgliedstaaten der EU verzweifelt, ihre Gasversorgungssicherheit anderweitig zu garantieren. Unter Fachleuten gilt Spanien als eine mögliche Lösung des Problems. Das Land hat viel Potential als zukünftiger europäischer Gas-Hub und könnte möglicherweise die russische Gaslücke füllen.
Die Spotpreise für Gas erreichten in Europa am 21. Dezember 2021 einen historischen Höchststand: erstmals wurde der Preis von 2000 US-Dollar für 1000 Kubikmeter Gas überschritten. Gegen Ende Januar 2022 hatte sich der Preis dann auf die Hälfte herunterkorrigiert, doch die Lage auf dem europäischen Gasmarkt ist nach wie vor angespannt. „Laut den langfristigen Vorhersagen […]
Das Erdgasfeld in Groningen ist eines der größten der Welt und war für die Niederlande knapp ein halbes Jahrhundert lang eine Quelle des Wohlstandes. Seit einigen Jahren allerdings bereitet es der Regierung nur noch heftiges Kopfzerbrechen. Die Coronapandemie und die fehlgeschlagene Energiewende könnten einer beschleunigten Stilllegung der Erdgasförderung entgegenwirken. Warum die Niederlande die Gasförderung in […]
Die aktuelle Situation als „europäische Gaskrise“ zu bezeichnen, geht komplett an der Wahrheit vorbei. Ihre Bedeutung geht weit über die reine Regulierung des Gasmarktes hinaus. Es handelt sich um eine ausgewachsene Energiekrise mit potentiell weitreichenden Folgen – alle Segmente des europäischen Energiesystems haben mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Der Subsektor der Gaserzeugung ist lediglich der […]










