Am 3. Januar 2026 nahm das US-Militär im Rahmen der Operation „Absolute Resolve“ den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fest und brachte ihn in die USA. Die Macht ging auf eine Übergangsregierung unter der Führung von Delcy Rodríguez über, woraufhin die Ölpolitik von Caracas eine drastische Wende nahm.
Die Vereinigten Staaten übernahmen weder formell das Eigentum an den venezolanischen Ölfeldern, Pipelines oder Terminals noch erwarben sie eine kontrollierende Beteiligung an der staatlichen Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela, S.A. (PDVSA). Washington sicherte sich jedoch die Kontrolle über die Bedingungen, ohne die es praktisch unmöglich ist, diese Vermögenswerte auf dem Weltmarkt wirtschaftlich in vollem Umfang zu nutzen.
Durch sein Sanktions- und Lizenzsystem übt Washington erheblichen Einfluss darauf aus, welche Unternehmen in Venezuelas Ölindustrie investieren, Ausrüstung und Technologie liefern sowie über zugelassene Kanäle an Förderung, Transport und Raffination mitwirken dürfen. Auch der Zugang zu Exportmärkten, Einnahmen und neuen Verträgen wird durch Entscheidungen des US-Finanzministeriums geprägt.
Dieses System unterscheidet sich von einer direkten externen Kontrolle: Venezuela behält das Eigentum an seinen Bodenschätzen, während Russland und China weiterhin als Anteilseigner an Gemeinschaftsunternehmen eingetragen sein können. Der wirtschaftliche Wert dieser Vermögenswerte wird inzwischen jedoch weitgehend durch US-Lizenzen bestimmt.
Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob Washington jede venezolanische Ölquelle kontrolliert. Vielmehr geht es darum, ob die US-Kontrolle über Exporte, Finanzen und den Zugang ausländischer Unternehmen faktisch zu einer externen Steuerung der wichtigsten Geschäftsabläufe des Sektors geworden ist – und inwieweit diese Kontrolle die Positionen Russlands und Chinas im Land untergraben wird.
KONTROLLE OHNE EIGENTUM
Das neue System umfasst zwei miteinander verknüpfte Elemente. Das erste ist die Reform der venezolanischen Ölgesetzgebung, die privaten Unternehmen mehr Spielraum gibt, die technische, finanzielle und operative Leitung von Projekten zu übernehmen. Das zweite ist das System der US-Allgemeingenehmigungen, im Folgenden als Lizenzen bezeichnet, das festlegt, wer diese Möglichkeiten nutzen darf.
Lizenz 48D erlaubt bestimmte Lieferungen von Waren, Technologie und Dienstleistungen aus den Vereinigten Staaten oder durch US-Personen. Lizenz 49B erlaubt Verhandlungen und den Abschluss von Investitionsverträgen, deren Durchführung unter dem Vorbehalt einer gesonderten Genehmigung des Office of Foreign Assets Control (OFAC) steht. Diese Lizenzen schließen bestimmte Transaktionen unter Beteiligung russischer und chinesischer Akteure aus, darunter bestimmte Unternehmen, die sich in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle befinden oder mit ihnen Gemeinschaftsunternehmen bilden. Sie heben jedoch nicht schon für sich genommen die Eigentumsrechte dieser Beteiligten in Venezuela auf.
Eine gesonderte Lizenz, 50C, erlaubt unter den darin festgelegten Bedingungen bestimmte Geschäfte im Öl- und Gassektor unter Beteiligung von Chevron, BP, Eni, Repsol, Shell und Maurel & Prom sowie deren Tochtergesellschaften. Washington schafft damit ein selektives System für den Zugang zu genehmigten Geschäften in diesem Sektor.
China ist dadurch jedoch nicht vollständig vom Bezug venezolanischen Öls ausgeschlossen. Ein US-amerikanisches Unternehmen darf venezolanisches Öl an China weiterverkaufen, sofern die Transaktion den Bedingungen des OFAC, der für die Durchsetzung von Sanktionen zuständigen Behörde des US-Finanzministeriums, entspricht. Peking wechselt damit von der Position eines unabhängigen Akteurs und privilegierten Abnehmers zu der eines Kunden innerhalb des amerikanischen Lizenzsystems.
Nicht weniger wichtig ist die Kontrolle über die betroffenen Öleinnahmen. Nach den Lizenzen 48D und 50C müssen Geldzahlungen an natürliche oder juristische Personen, deren Vermögen nach US-Sanktionsrecht gesperrt ist, im Rahmen der jeweils genehmigten Transaktionen den „Foreign Government Deposit Funds“ oder einem anderen vom US-Finanzministerium bestimmten Konto zugeführt werden. Ausgenommen sind Zahlungen für lokale Steuern, Genehmigungen und Gebühren.
Lizenz 50C schreibt zusätzlich vor, dass Zahlungen von Öl- und Gassteuern sowie Förderabgaben an die venezolanische Regierung, PDVSA oder Unternehmen, an denen PDVSA direkt oder indirekt mindestens 50 Prozent hält, über diese vom US-Finanzministerium vorgegebenen Konten abgewickelt werden müssen. Lizenz 49B, die Verhandlungen und Investitionsverträge unter Genehmigungsvorbehalt abdeckt, enthält keine entsprechende Vorgabe zur Abwicklung dieser Zahlungen. Die Durchführung solcher Verträge erfordert eine gesonderte OFAC-Genehmigung. Diese Anforderungen betreffen Transaktionen im Rahmen der jeweiligen Lizenzen und nicht sämtliche Zahlungen an Venezuela. Die Gelder bleiben Eigentum Venezuelas, ihre Verwendung unterliegt jedoch der Aufsicht der USA.
Christopher Hodge, Chefökonom bei Natixis und ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums, bezeichnete die Regelung als beispiellos. „Die Tatsache, dass Amerika nun alle Finanzströme ins und aus dem Land kontrolliert … das scheint mir beispiellos zu sein“, sagte er gegenüber Reuters. Reuters stellte allerdings klar, dass Washington zu diesem Zeitpunkt nur die Erlöse aus Ölverkäufen kontrollierte. Diese waren, wie Hodge anmerkte, Venezuelas wichtigste Einnahmequelle.
Die US-Beschränkungen heben für sich genommen die Eigentumsrechte anderer Staaten in Venezuela nicht auf. Ohne Zugang zu Versicherungen, Finanzierungen, Tankern, Verdünnungsmitteln, Ausrüstung, Zahlungskanälen und Abnehmern lassen sich die betreffenden Vermögenswerte jedoch wirtschaftlich kaum nutzen.
RUSSISCHES EIGENTUM, BEGRENZTE KONTROLLE
Im Januar erklärte Roszarubezhneft, dass alle venezolanischen Vermögenswerte des Unternehmens weiterhin Eigentum der Russischen Föderation seien und das Unternehmen seinen Verpflichtungen im Rahmen bestehender Projekte weiterhin nachkommen werde. Formal bestand weiterhin eine Grundlage für diese Position: Ein vollständiger Entzug der russischen Beteiligungen oder deren Enteignung war öffentlich nicht angekündigt worden.
Seit 2010 beteiligte sich Russland an fünf Gemeinschaftsunternehmen mit PDVSA. Roszarubezhneft hielt 40 Prozent an Petromonagas, 40 Prozent an Petroperijá, 26,67 Prozent an Boquerón, 32 Prozent an PetroMiranda und 40 Prozent an PetroVictoria. Diese Anteile wurden 2020 von Rosneft auf das staatliche Unternehmen übertragen, um die venezolanischen Vermögenswerte vor US-Sanktionen zu schützen.
Laut dem Bericht von Transparencia Venezuela vom September 2026 waren die fünf Gemeinschaftsunternehmen auch im August 2026 noch aktiv. Die Zusammenfassung des Berichts schätzt ihre Gesamtfördermenge auf etwa 98.000 Barrel pro Tag und nennt Petromonagas als den wichtigsten Produzenten. Bei einigen der anderen Projekte war die Förderung gering; Anlagen wurden gewartet oder schrittweise wieder in Betrieb genommen.
Petromonagas ist von besonderer Bedeutung. Es ist nicht nur das größte russische Projekt im Land, sondern auch einer der wenigen Komplexe mit einer betriebsbereiten Anlage, die extraschweres Rohöl aus dem Orinoco-Gürtel in leichteres, exporttaugliches Rohöl umwandeln kann.
Im November 2025 verlängerte Venezuela die Vereinbarungen für Petroperijá und Boquerón bis 2041. Die neuen US-Vorschriften haben jedoch den Unterschied zwischen der Laufzeit eines Vertrags und der Möglichkeit verdeutlicht, daraus Einnahmen zu erzielen. Ein russisches Unternehmen kann seine Beteiligung zwar behalten. Es kann die Projektentwicklung jedoch kaum noch eigenständig finanzieren, Ausrüstung liefern, Exporte organisieren und über wieder zugängliche offizielle Kanäle Einnahmen erzielen.
Im Februar hatte sich Moskaus Rhetorik bereits gewandelt. Sergej Lawrow hatte davon gesprochen, dass russische Unternehmen offen aus Venezuela verdrängt würden. Am 11. Februar 2026 bezeichnete er die mit der am 10. Februar erteilten US-Lizenz verbundenen Beschränkungen als diskriminierend. Seine Äußerungen bezogen sich auf die damalige Lizenz und nicht auf die späteren Änderungen vom August und September. Die Festsetzung von Tankern, die mit russischen Lieferungen in Verbindung standen, zeigte zudem, dass sich der Druck über rechtliche Strukturen hinaus auf die tatsächlichen Exportrouten erstreckte.
Stephen Sestanovich, George F. Kennan Senior Fellow beim Council on Foreign Relations, beurteilt Russlands Aussichten äußerst pessimistisch. „Russische Investitionen in die venezolanische Ölindustrie der letzten zwanzig Jahre müssen nun – formell oder informell – abgeschrieben werden“, erklärte er.
Gleichzeitig zeigt die fortgesetzte Förderung, dass der Betrieb nicht eingestellt wurde. Dies allein gibt jedoch keinen Aufschluss darüber, inwieweit russische Akteure die Kontrolle über die Projekte behalten oder weiterhin Einnahmen daraus erzielen.

Venezuelas Öl: ausländische Beteiligungen und veränderte Kontrolle. Grafik: Redaktionsteam von Energy Europe.
NABEP UND EXXON: NEUE AKTEURE, NEUE MACHTVERHÄLTNISSE
Die bedeutendste Phase der Neuverteilung von Vermögenswerten begann Ende August. Donald Trump kündigte ein „historisches Abkommen“ mit North American Blue Energy Partners (NABEP) an, einem nicht börsennotierten Ölproduzenten. Das Abkommen umfasst 17 Ölprojekte. Die Mitteilung des Weißen Hauses beziffert die nachgewiesenen Ölreserven der betreffenden Felder auf etwa 65 Milliarden Barrel. Diese Bezeichnung und Schätzung stammen aus der Mitteilung; sie stellen keine unabhängig überprüfte Bewertung der Ölvorkommen dar.
Nach der von NABEP veröffentlichten Darstellung hat die US-Regierung das Recht auf eine Beteiligung von 35 Prozent an der Muttergesellschaft. Nachdem PDVSA ihren Anteil erhalten hat, kann die US-Regierung 20 Prozent der verbleibenden Produktion zum Selbstkostenpreis erwerben; für den Rest besitzt sie ein Vorkaufsrecht zu Marktpreisen. Das Weiße Haus erklärt außerdem, dass Washington gegen die Ernennung jedes Mitglieds des Verwaltungsrats ein Veto einlegen kann und die Mehrheit der Mitglieder die US-Staatsbürgerschaft besitzen muss. Die Vereinbarung der US-Regierung mit NABEP unterliegt US-Recht und der Zuständigkeit US-amerikanischer Gerichte. Daraus folgt jedoch nicht, dass auch jeder zugrunde liegende venezolanische Projektvertrag US-Recht unterliegt.
Im September berichtete Reuters, dass ExxonMobil eine Rückkehr zu Petromonagas erwäge, einem wichtigen Projekt mit russischer Beteiligung, das früher Cerro Negro hieß. Auch Bloomberg nannte PetroVictoria als ein für Exxon interessantes Projekt. Nach Angaben von Quellen der Agentur möchte das Unternehmen die Kontrolle über beide Projekte zurückgewinnen, die es vor ihrer Verstaatlichung unter Hugo Chávez betrieben hatte.
Der russische Anteil an beiden Unternehmen beträgt jeweils 40 Prozent. Exxons Rückkehr würde eine symbolische Kehrtwende in Venezuelas gesamter Ölpolitik bedeuten.
Exxon verließ das Land nach der Verstaatlichung seiner Vermögenswerte im Jahr 2007. Die frühere Exxon-Beteiligung an Petromonagas wurde später von Rosneft übernommen. Nun könnte der frühere amerikanische Betreiber zurückkehren und an die Stelle des russischen Anteilseigners treten.
Es handelt sich somit nicht um eine einzelne Übertragung von Vermögenswerten. Ein Paket von 17 Projekten wird an NABEP vergeben, Exxon führt gesonderte Verhandlungen über seine Rückkehr in den Orinoco-Gürtel, und Chevron, Eni sowie andere zugelassene Unternehmen bauen ihre Präsenz im Rahmen eigener Vereinbarungen aus.
Diese Prozesse befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Die Zuweisung von Projekten an NABEP, die Verhandlungen von Exxon und die Expansion anderer Unternehmen bedeuten nicht zwangsläufig, dass russische und chinesische Akteure bereits verdrängt wurden. Zusammengenommen zeigen sie jedoch die Richtung der Neuausrichtung: Die Möglichkeiten neuer Betreiber hängen zunehmend von Washingtons Zustimmung ab.
CHINA: VOM PRIVILEGIERTEN ZUGANG ZU NEUEN BESCHRÄNKUNGEN
Chinas Engagement in Venezuela unterschied sich in seinem Umfang von dem Russlands. Peking war zugleich der größte Abnehmer venezolanischen Öls, ein Gläubiger von Caracas und ein Investor in Ölförderunternehmen.
Die genauen Liefermengen variierten je nach Berechnungsmethode, da ein erheblicher Teil des Öls mit Herkunftsangaben wie Malaysia, Brasilien oder anderen Ländern nach China gelangte. Einer von Reuters veröffentlichten Schätzung zufolge kaufte China im Jahr 2025 täglich rund 470.000 Barrel venezolanisches Öl. Interne PDVSA-Dokumente beziffern die Lieferungen von Rohöl und Heizöl nach China im Jahr 2025 auf durchschnittlich rund 642.000 Barrel pro Tag beziehungsweise drei Viertel der gesamten venezolanischen Rohöl- und Heizölexporte.
Die Abhängigkeit war jedoch asymmetrisch. China war der wichtigste Absatzmarkt für Caracas, während venezolanisches Öl nur etwa 4–5 Prozent der chinesischen Rohölimporte auf dem Seeweg ausmachte. Der Verlust dieser Lieferungen ist für einzelne chinesische Raffinerien daher zwar schmerzhaft, stellt jedoch keine kritische Bedrohung für die Energiesicherheit des Landes insgesamt dar.
Vor dem Regierungswechsel erhielten unabhängige chinesische Raffinerien schweres venezolanisches Rohöl mit erheblichen Preisnachlässen. Ein Teil dieser Lieferungen diente auch dem Schuldendienst von Caracas gegenüber Peking. Die Schulden überstiegen 10 Milliarden US-Dollar.
Nachdem die USA die Kontrolle über die Exporte übernommen hatten, begann dieses Modell zu bröckeln. Im Januar riet PetroChina Händlern davon ab, Ölladungen zu kaufen, die über das neue US-System angeboten wurden.
Das Abkommen vom August versetzte dem chinesischen Engagement in der Ölförderung einen Schlag. Reuters berichtete, dass fünf der 14 neu vergebenen Projekte innerhalb des 17 Projekte umfassenden NABEP-Portfolios zuvor von chinesischen Unternehmen betrieben worden waren. Zwei wurden von China Concord Resources betrieben, eines von Sinopec und ein weiteres von der China National Petroleum Corporation (CNPC). Der Bericht nannte weder den Betreiber des fünften chinesisch betriebenen Projekts noch die Namen der Felder.
Peking hat offiziell den Schutz der legitimen Rechte chinesischer Unternehmen gefordert und erklärt, Venezuela habe das Recht, seine Partner selbst zu wählen. Diese Proteste haben bislang jedoch nicht dazu geführt, dass chinesische Unternehmen wieder im früheren Umfang Zugang erhalten.
Für China sind die Verluste daher vor allem finanzieller und geopolitischer Natur und betreffen weniger die Energieversorgung. Peking verliert einen Mechanismus zur Bedienung venezolanischer Schulden durch Öllieferungen, den Zugang zu günstigen Rohstoffen und seine langfristige Position in einem Land mit den weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven. Gleichzeitig verwandeln die Vereinigten Staaten Venezuela von einem Lieferanten für den chinesischen Markt in eine potenzielle Rohölquelle für amerikanische Raffinerien.
VOM ÖLPARTNER ZUM PAPIERTIGER?
Misst man den russischen und chinesischen Einfluss an den rechtlichen Eigentumsverhältnissen, ist es noch zu früh, von seinem vollständigen Verschwinden zu sprechen. Einige Gemeinschaftsunternehmen sind weiterhin tätig, einige Felder fördern noch, und Venezuela hat keine allgemeine Beschlagnahmung russischer oder chinesischer Vermögenswerte angekündigt.
Allerdings sind die Möglichkeiten dieser Akteure, Projekte eigenständig zu leiten, Mittel zu investieren, Käufer auszuwählen, Öl zu exportieren und Einnahmen zu erzielen, erheblich eingeschränkt. Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, in welchem Umfang die einzelnen Beteiligten weiterhin operative Kontrolle ausüben oder Einnahmen erzielen.
Russlands Lage erscheint besonders schwierig. Transaktionen unter Beteiligung bestimmter russischer Akteure sind von wichtigen amerikanischen Allgemeingenehmigungen ausgeschlossen. Dies beschränkt ihren Zugang zu den Geschäften, die diese Genehmigungen ermöglichen.
China befindet sich in einer stabileren Position. Es verfügt weiterhin über einige Förderanlagen und kann venezolanisches Öl über von Washington zugelassene Zwischenhändler erwerben. Peking kann die Handelsbedingungen jedoch nicht mehr selbst bestimmen und nicht sicherstellen, dass Lieferungen dem Schuldendienst dienen oder mit den bisherigen Preisnachlässen verkauft werden.
Nach Einschätzung von Blas Regnault, einem auf Energiepolitik und die institutionelle Steuerung der Ölindustrie spezialisierten Forscher, lässt das derzeitige System Venezuela keinerlei Autonomie in seiner eigenen Ölpolitik. „Es gibt keinerlei Souveränität über die Ressource selbst, über das, was verkauft wird. Hinzu kommt eine große Intransparenz“, sagte er.
Russland und China behalten Eigentumsanteile und eine operative Präsenz in Teilen des Sektors, unterliegen jedoch strengeren Beschränkungen bei Investitionen, Exporten und dem Zugang zu Einnahmen. In welchem Umfang sie weiterhin Kontrolle ausüben und finanzielle Erträge erzielen, bleibt unklar. Washington hat zwar kein formelles Eigentum an der venezolanischen Ölindustrie erworben, doch die von ihm vorgegebenen Lizenz- und Zahlungsregelungen verschaffen ihm erheblichen Einfluss auf zentrale Geschäftsabläufe.