Alice

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Eastring Gone Wild

Spätestens seit der Erdgas-Krise im Jahr 2009 gilt Energiesicherheit in den Staaten Zentral- und Osteuropas eine besondere Aufmerksamkeit. Als 2014 schließlich die Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland in offenem Konflikt mündete, erreichte die Sorge um zukünftige Entwicklungen im Energie- und Versorgungssektor in der Region einen neuen Höhepunkt. Die “Eastring”-Pipeline sollte nach dem Willen der […]

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Wer trägt die Schuld am explodierenden Gaspreis?

Die Spotpreise für Gas erreichten in Europa am 21. Dezember 2021 einen historischen Höchststand: erstmals wurde der Preis von 2000 US-Dollar für 1000 Kubikmeter Gas überschritten. Gegen Ende Januar 2022 hatte sich der Preis dann auf die Hälfte herunterkorrigiert, doch die Lage auf dem europäischen Gasmarkt ist nach wie vor angespannt. „Laut den langfristigen Vorhersagen […]

Transkaspische Pipeline: kein Gas ohne Investoren

Die Transkaspische Pipeline (TKP), an deren Bau Turkmenistan interessiert ist, die es aber seit Jahrzehnten nur auf dem Papier gibt, hat kürzlich einen neuen Entwicklungsimpuls erhalten. Zumindest lässt sich dies vorsichtig schlussfolgern, nachdem Turkmenistan und die Türkei im April dieses Jahres in Ankara Verhandlungen geführt haben. Die beiden Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine verstärkte Zusammenarbeit im Gasbereich. Auch von der Wiederbelegung des Transkaspien-Projekts war bei den Verhandlungen die Rede.

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Europa – winterfest, aber noch nicht zukunftstauglich

Die Lage auf dem EU-Energiemarkt zeigt sich Experten zufolge vor Anbruch des Winters 2023/2024 bisher insgesamt stabil. Negativ wirken sich natürlich die andauernde Krise in der Ukraine und die weiterhin bestehende Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten wie Katar und Russland aus.

TURKMENISTAN HÄLT EUROPA AUF ABSTAND

Die Entwicklung der europäischen Wirtschaft und die Aussicht auf einen langen Krieg in der Ukraine sorgen dafür, dass die Frage der mittelfristigen Instrumente für die europäische Energieversorgungssicherheit ganz oben auf der Tagesordnung steht. Der Grundansatz, in Europa auf russisches Erdgas zu verzichten, hat teilweise funktioniert, sodass die Länder der EU den Winter 2022/23 ohne große wirtschaftliche und soziale Beeinträchtigungen überstanden haben.

DAS LNG-ROULETTE: EUROPA SETZT AUF RISKANTE DIVERSIFIZIERUNG     

Mit dem ehrgeizigen Ziel, sich schnell vom „Blutgas“ des Aggressors Russland zu lösen und es gegen “Freedom LNG” von der anderen Seite des Atlantiks einzutauschen, erfüllt die EU ihre moralische Pflicht. Sie führt sich damit unter Umständen jedoch ungewollt selbst in eine infrastrukturelle Sackgasse, wenn sie zwischen dem wirtschaftlichen und dem ökologischen Zusammenbruch wählen

EUROPAS PLÄNE FÜR AFRIKA ALS ERSATZ FÜR RUSSISCHES GAS: VIEL EINSATZ, WENIG ZUKUNFTSAUSSICHTEN

Im Jahr 2022 verzeichnete Europa den stärksten Rückgang der Gasnachfrage aller Zeiten, und zwar um 55 Milliarden Kubikmeter (bcm) oder 13 %, wie die Internationale Energieagentur berichtet https://www.iea.org/commentaries/europe-s-energy-crisis-what-factors-drove-the-record-fall-in-natural-gas-demand-in-2022 . Gleichzeitig haben sich die Ausgaben für Gasimporte im Vergleich zu 2021 fast verdreifacht und erreichen 400 Milliarden Euro. Langfristig kann es sich der europäische Kontinent jedoch weder leisten, den Gasverbrauch so niedrig zu halten, noch so viel für Energie auszugeben.

DAS SCHWARZE GOLD AFRIKAS SUCHT EINEN WEG NACH EUROPA

Die EU muss nach Verhängung des Importverbots für russisches Öl aufgrund der Ereignisse in der Ukraine nun auf die Suche nach alternativen Lieferquellen gehen. Eine verstärkte Einfuhr des „schwarzen Goldes“ aus Afrika ist eine der Möglichkeiten. Allerdings ist laut Aussage von Fachleuten davon auszugehen, dass in nächster Zeit kein großer Zuwachs bei den Lieferungen aus Afrika zu erwarten ist. Dafür gibt es mehrere Gründe: niedrige Fördermengen und fehlende Gelder für ihren Ausbau, unzureichende Transportkapazitäten sowie Korruption und eine sehr instabile politische und zivilgesellschaftliche Lage in einer Reihe von Öl produzierenden Ländern Afrikas.

DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN ASERBAIDSCHAN UND DER EU IM GASBEREICH – EIN NADELÖHR

Die EU hat im vergangenen Jahr einige entscheidende Schritte zur Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und zur Diversifizierung der Öl- und Gaslieferanten unternommen. So unterzeichnete Brüssel im Juli eine Absichtserklärung mit Aserbaidschan über eine strategische Energiepartnerschaft. Die Erklärung sieht vor, dass in den kommenden fünf Jahren eine mengenmäßige Verdopplung der Erdgas-Lieferungen aus Aserbaidschan stattfindet und dass das Land der EU ab 2027 mindestens 20 Milliarden Kubikmeter jährlich liefert.

INNOVATION ODER SACKGASSE? DIE STAHLPRODUKTION IN DEUTSCHLAND UND DER EU AM SCHEIDEWEG

Die Europäische Union ist einer der größten Stahlproduzenten der Welt und hat ehrgeizige Pläne im Bereich der Dekarbonisierung der Stahlherstellung. Gleichzeitig droht jedoch durch die gestiegenen Ausgaben, die Energiekrise und die harte Konkurrenz eine partielle Deindustrialisierung der EU. Dass die EU die Industrie zu „grünen“ Produktionsmethoden verpflichtet und auf nicht ausgereifte Wasserstofftechnologien setzt, könnte diesen Prozess beschleunige

LNG ist kein Ersatz für das fehlende Erdgas aus den Pipelines

Vor der russischen Invasion der Ukraine, der Preisexplosion auf dem europäischen Gasmarkt und dem Energie-Paradigmenwechsel in den Köpfen der europäischen Eliten war Russland traditionell der wichtigste Erdgaslieferant für Europa. Noch im Januar 2021 deckte Russland etwa 40 Prozent des europäischen Bedarfs. Derzeit liegt dieser Anteil laut Aussage der spanischen Energieministerin Teresa Ribera bei unter zehn Prozent.

Erdöl aus Kasachstan als Alternative zum russischen Öl: was ist möglich, was ist illusorisch und wo liegen die versteckten Gefahren?

Die Weltwirtschaftslage zwingt die Industrienationen, allen voran die EU, aber auch Indien, sich auf die Suche nach alternativen Bezugsquellen für Erdöl zu machen. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass sich die USA kurzfristig auf die Eindämmung der Brennstoffpreise im eigenen Land konzentrieren und zumindest bis Dezember 2022 kein zusätzliches Öl auf den Weltmarkt bringen werden. Die von den G7-Ländern beschlossene Deckelung des Preises für russisches Erdöl trägt ebenfalls beträchtlich zur Unsicherheit auf den Märkten bei.

Aserbaidschan als neuer Energiepartner der EU?

Im Juli 2022 unterzeichneten die EU und Aserbaidschan eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft im Energiesektor – ein bedeutender Schritt. Es geht darum, die Abhängigkeit von den russischen Gasimporten zu verringern: Aserbaidschan verspricht, die Gasausfuhren nach Europa im Lauf der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. So ließe sich zumindest teilweise die „Gaslücke“ schließen, die sich seit Beginn des stillschweigenden Energiekriegs aufgetan hat, den Russland seit Ende Februar gegen die EU führt.

Europa ersetzt russisches Gas durch Lieferungen aus Norwegen

Die grausame Romanze zwischen russischen Gaslieferanten und europäischen Verbrauchern hat in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreicht. Anfang September, kurz vor dem Winter, schaltete der russische Staatskonzern Gazprom die Nord Stream 1-Pipeline ab, über die rund ein Drittel aller russischen Gasexporte in die EU abgewickelt werden (fast 15 % der gesamten Gasimporte der EU). Laut Gazprom war dies auf eine Fehlfunktion der Turbine zurückzuführen. Und während das russische Gas-Schwergewicht weiterhin daran festhält, dass das Problem rein technischer Natur sei, behaupten europäische Politiker und Branchenexperten, der Schritt sei eine Vergeltung für die zahlreichen Sanktionen, die gegen Russland nach seinem Einmarsch in der Ukraine im Februar verhängt wurden.